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Händler, Helden, Tantiemen

Die Musikverlage im Zeitalter von Computer und Internet. Versuch einer Bestandesaufnahme

Westdeutscher Rundfunk (WDR 3) vom 10.02.2005

... Zahlreiche Komponisten vertreiben ihre Partituren inzwischen über das Internet. Und es gibt im Netz bereits Adressen, unter denen sich solche Kleinproduzenten treffen und ihre Produkte in einem gemeinsamen Portal anbieten. Die Partituren, sagt [Gerhard] Stäbler, werden in der Regel in einem Format ins Netz gestellt, das heute jedem Computernutzer zur Verfügung steht und das sich als internationaler Standard durchgesetzt hat:

"Als fertiges pdf-File. Und es gibt schon ein paar Verlage, z.B. 'Copy us', die Partituren übers Internet anbieten, und das funktioniert ganz gut. Viele Leute können da Noten herunter. Das unterliegt dennoch der Gema, wenn es aufgeführt wird. Aber die Kompositionen herunterzuladen, kostet erst mal nichts, erst wenn sie aufgeführt werden."

Der Name "Copy us" klingt in den Ohren eines traditionellen Verlags vermutlich wie unternehmerisches Harakiri, handelt es sich hier doch um die direkte Aufforderung zum Überschreiten des Kopierverbots. "Copy us" ist ein Internet-Verlag, der auf seiner Homepage mit süffigen Werbesprüchen wie „Don’t pay, just play“ für sich wirbt. Er stellt nicht nur Kataloge und Bestellformulare, sondern die Noten selbst im pdf-Format zum Herunterladen bereit. Man kann jedoch auch gegen Bezahlung eine gebundene Version bestellen, die einem dann per Post zugeschickt wird. Die im niederrheinischen Kleve beheimatete Verlags-GmbH hat bereits über dreihundert Werke im Angebot, von Heinrich Schütz bis zu Zeitgenossen. Um den Service komplett zu machen, gibt es bei vielen Stücken sogar kurze Ausschnitte als mp3-Files herunterzuladen.

Hinter einer solchen Selbsthilfe-Initiative steht eine einfache ökonomische Einsicht: Dass sich nämlich der physische Vertrieb und Verkauf von kleineren Partituren nicht mehr lohnt, und dass es vorteilhafter ist, zunächst einmal den Datenträger für jedermann gratis zur Ansicht freizugeben. Einnahmen stellen sich dann aus den Rechten einer eventuellen Aufführung ein. Diese käme meist gar nicht zustande, wenn ein Musiker oder Veranstalter sich schon die Ansichtspartitur gegen hohe Versandspesen besorgen müsste. ...

Max Nyffeler

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